Kienböck Krankheit
Kienböck-Krankheit

Manche Autoren schreiben den Begriff Kienböck* Krankheit auch mit Bindestrich (Kienböck-Krankheit).

Die Kienböck Krankheit wird auch als Lu natummalaz ie, Lu natumnek rose, Mond bein  nekrose, Mond beintod oder Mor bus Kienböck bezeichnet.

Der Begriff "Kienböck Krankheit" steht für eine Nek rose (= lokaler Gewebstod als Folge einer örtlichen Stoffwechselstörung) des Mo ndbeins (Os lu natum).

Das Os lu natum ist ein halbmondförmiger Knochen in der Mitte der proximalen (= Richtung Körpermitte gelegenen) Handwurzelreihe, es artikuliert (= eine gelenkige Verbindung eingehen) mit den Knochen Triquetrum, Skaphoid, Kapitatum, Hamatum und Radius (= Speiche), Articulationes (= Gelenke) intercarpales und radiocarpales.
Das
Os lu
natum überträgt die auf die Hand wirkenden Kräfte über das Handgelen k auf beide Unterarmknochen, also sowohl Elle als auch Speiche.

Die Handwurzel besteht aus folgenden Handwurzelknochen:

      1) Ulna (= Elle)

2) Radius (= Speiche)

3) Gelenkspalt

4) Processus styloideus ulnae (= Griffelfortsatz der Elle)

5) Os lu natum (= Mondbe in)

6) Os naviculare (Kahnbein)

Quelle: http://www.dr-gumpert.de/html/handgelen  k.html

Von einer Kienböck-Krankheit sind meist Erwachsene im Alter zwischen 20 und 40 Jahren, seltener Jugendliche betroffen.

Bei einer Kienböck Krankheit kommt es, wie oben schon erklärt,  zu einer aseptischen (= keimfreien) Nekrose (= lokaler Gewebstod als Folge einer örtlichen Stoffwechselstörung), in der Regel aber nicht vollständig, sondern nur partiell (= teilweise). Im weiteren Krankheitsverlauf löst sich dann der Knochen zunehmend auf, schließlich entsteht eine Handgelenksarthrose.

Die Symptome (= Krankheitszeichen) einer Kienböck Krankheit:

Handgelenkschmerzen, zunächst in Form von Belastungs- bzw. Bewegungsschmerz en, im weiteren Verlauf dann auch Ruheschmerzen, Druck- und Stauchungsschmerzen. Im weiteren Verlauf lassen dann auch Kraft und Beweglichkeit nach. Vorwiegend ist die "Gebrauchshand" betroffen, es können aber auch beide Handgelenke erkranken. Das Ausmaß der Schmerzsymptomatik korreliert bei der Kienböck-Krankheit nicht zwingend mit dem aktuellen Stadium.

Ursachen einer einer Kienböck Krankheit:

In erster Linie scheinen lokale (= örtliche) Durchblutungsstörungen verantwortlich zu sein, dafür spricht auch die Tatsache, daß unten beschriebene Blockadetherapie so hilfreich ist, denn diese Behandlung fördert sehr stark die Durchblutung.
Ansonsten wird ein Längenmißverhältnis zwischen Elle und Speiche, Dauermikrotraumen (= ständige kleinste Verletzungen) (z.B. bei Pressluftarbeiten, Steinmetzarbeiten u.ä.) oder auch Gefäßanomalien diskutiert.

Diagnosestellung bei Kienböck Krankheit:

Röntgenaufnahmen des Handgelenkes in zwei Ebenen. Danach wird die Kienböck-Krankheit nach Decoulx in Stadien eingeteilt: (Quelle: http://www.gvle.de/kompendium/hand/06/03.html)

Stadium 0:

 Keine sichtbaren radiologischen Veränderungen

Stadium I:

 Verdichtung des Mo ndbeins bei noch erhaltener Kontur

Stadium II:

 mosaikartiges Aussehen durch ein Nebeneinander von Sklerose (= krankhafte Verhärtung von
 Geweben)
und Osteolyse (= Auflösung und Abbau von Knochensubstanz), die Form ist
 weitestgehend erhalten

Stadium III:

 zusammengebrochenes und fragmentiertes  (= zerlegtes) Os lu natum, zusätzlich
 umschriebene
Arthrose

Stadium IV:

 Deformierung des Mondbei ns mit zusätzlicher Arthrose der Handwurzel

Im Stadium 0 (evtl. noch II) kann eine Szintigraphie (= bildgebendes Verfahren zur Funktions- und Lokalisationsdiagnostik, z.B. bei umschriebenen Durchblutungsstörungen) und/oder ein MRT (= Magnetresonanztomographie) im Sinne einer Früherkennung bei entsprechendem Verdacht weiterhelfen.

Therapieziel bei der Kienböck Krankheit:

Druckentlastung des Os lu natum, um dessen Durchblutung und Stabilität zu verbessern.

Konservative Maßnahmen:

Im Stadium I und II wird häufig das betroffene Handgelen k für einen langen Zeitraum (bis zu 3 Monate) ruhig gestellt. Dies kann sowohl durch einen konventionellen (= herkömmlichen) Gipsverband als auch durch eine Orthese (= Orthopädietechnische Versorgung mit haltungskorrigierender und Stützfunktion) erfolgen.

Operative Maßnahmen:

In allen Stadien der Kienböck Krankheit kann eine teilweise oder vollständige Denervation (= die teilweise oder totale Trennung eines Organ(system)s von seiner Nervenversorgung durch gezielte Unterbrechung der entsprechenden Nerven) des Handgelenks vorgenommen werden, sowohl als alleiniger, als auch als zusätzlicher Eingriff. (Quelle: http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/005-007.htm)

Spezielle Schmerztherapie

Medikamentöse Schmerztherapie bei Kienböck-Krankheit:
Akut und subakut können
zunächst (vorwiegend) peripher wirkende Analgetika (= Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika (= Rheumamittel), aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende wie z.B. Mobec®). Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®) oder Etoricoxib (Arcoxia®), allerdings scheint bei dieser Wirkstoffgruppe das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko erhöht zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Bei stärkeren schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber hinaus auch Muskelrelaxanzien (= Mittel zur Muskelentspannung) (z.B. Norflex®, Mydocalm®) verordnet werden. 
Manchmal sind aber auch bei einer
Kienböck Krankheit die Schmerzzustände nur mit zentralwirkenden Analgetika (z.B. Tramadol, Valoron N®) (= im Gehirn bzw. Rückenmark wirkende Schmerzmittel) beherrschbar. 
Grundsätzlich sollte aber auch bei einer
Kienböck Krankheit eine längerfristige Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar Abhängigkeit vermieden werden. 
Die Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva
(= Mittel gegen Depression, aber auch bei chronischen Arthroseschmerzen
wirksam) (z.B. Doxepin, Maprotilin) hilft in vielen Fällen Schmerzmittel einzusparen.

Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) bei Kienböck Krankheit:
Bei anhaltenden Schmerzen sollten rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt werden. Eine sehr wirksame Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder Suchtpotential, ist die therapeutische Lokalanästhesie mit einem langwirkenden örtlichen Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain) in Form von örtlichen Betäubungen und Nervenblockade
n. Dabei wird das schmerzhafte Gelen k wiederholt (stationär bei uns zwei mal täglich) großzügig perikapsulär (= um die Gelenkkapsel herum) infiltriert. 
Da schmerzhafte Gelen k kann auch mit "Zeel
®" umspritzt werden, was manchen Patienten mit "homöopathischer" Grundeinstellung sehr entgegen kommt. 
Als nächst höhere Therapiestufe kommt bei einer anhaltend schmerzhaften
Kienböck Krankheit die kontinuierliche Blockade des Plexus brachialis (= Armnervengeflecht) zum Einsatz. Da der Pl exus brachial is reich an vegetativen (= das unwillkürliche Nervensystem betreffenden) Nervenfasern ist, tritt neben der nozizeptiven (= die Schmerzreizleitung betreffenden) Hemmung auch eine ausgeprägte Sympathikolyse (= gefäßerweiternde Wirkung) ein, die der zugrunde liegenden Durchblutungsstörung bei der Kienböck Krankheit kausal (= ursächlich) entgegenwirkt.
Bei herabgesetzter Lokalanästhetika-Konzentration (z.B. 10 bis 15 ml Bupivacain, 0,1 bis 0,15%) bleibt die Motorik (= Muskelkraft) erhalten, so daß begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich sind. 
Die Methode kann zeitgleich auch beiderseits durchgeführt werden, aus Sicherheitsgründen sollte bei repetitiver Applikation (= wiederholter Einzelverabreichung) diese alternierend (= im Wechsel) erfolgen.
Eine weitere Therapiemöglichkeit wären auch wiederholte Blockaden (=Betäubungen) des Ganglion stellatum (= eine vegetative Schaltstelle im seitlichen Halsbereich) in gehäufter Abfolge, optimal in kontinuierlicher Form mit Katheter*

* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird ein dünner Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Ner ven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das Lokalanästhetikum (= örtliche Betäubungsmittel) (Lokalanästhetikum) völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Ner ven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmer zen, die auf eine verminderte Blutversorgung (Kienböck-Krankheit !) , auf entzündliche (z.B. Arthritis) oder auch degenerative Prozesse (z.B. Arthrose) zurückzuführen sind, sehr hilfreich ist, denn eine gute Durchblutung wirkt entzündlichen und degenerativen Schmerzursachen kausal (= ursächlich) entgegen.

* Die Bezeichnung Kienböck Krankheit geht auf den Universitätsprofessor Robert Kienböck zurück, er lebte vom 11. 1. 1871 bis zum 8. 9. 1953 in Wien.

Aktualisiert: 07.11.05
A
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B
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C
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T Tarsaltunnel-syndrom (www.tarsaltunnel-syndrom.de), Tendinose, Tendinitis calcarea, Tendopathie, Tendinosis calcarea, Tendomyopathie, Tendovaginitis (www.tendovaginitis.de), Tenosynovitis, Tennisarm (www.tennisarm.biz), Tennisellenbogen (www.periarthritis.de/tennisellenbogen), Thorakalsyndrom, Thrombangiitis, Tietze-Syndrom (www.tietze-syndrom.de), Tinnitus (www.tin-nitus.de), Tractus iliotibialis-SyndromTrigeminus-Neuralgie (www.trigeminus-neuralgie.de),
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U Überlastungssyndrome, Ulcera cruris (www.ulcera-cruris.de), Ulcus cruris, Ulkus cruris
Ulnartunnelsyndrom, Uncarthrose (www.uncarthrose.de)
V
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